Cycling around Taiwan 2017

Die Ausgangssituation: 2 Monate Freizeit im Dezember/Januar aufgrund eines Jobwechsels

Die Vorstellung: Fahrrad + Berge + Meer + warme Temperaturen

Das Ergebnis: 1.000 Kilometer um Taiwan mit dem Rad

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12.12.2017: Nach einem langen Flug mit Stopover in Beijing streife Ich über einen „Night-Market“ Mitten in Taipei, der Hauptstadt Taiwans. Das Gewusel, die Gerüche und die Atmosphäre auf den Straßen ist atemberaubend. Die kommenden Wochen werden sich auf „Basics“ beschränken: Streetfood, Biken, 7Eleven, Hostel-Freundschaften schließen und jegliche Landschafts- und Kultureindrücke aufsaugen.

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Taiwan hat etwa die größe der Niederlande. Alpenüberquerung ein Jahr zuvor – eine Runde um Taiwan sollte locker zu schaffen sein. Eine Planung die ich bereits sehr früh vergraben konnte.

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Doch zunächst musste ich ein geeignetes Fahrrad finden, welches mich rund 1.000 Kilometer und vielen Höhenmetern um die Insel fährt.

Taiwan ist bekannt für perfekt ausgebaute Fahrradstraßen. Besonders bekannt ist auch sicherlich die Fahrradmarke „Giant“, dessen Fahrräder in Taiwan hergestellt werden. Die Stadt Taipei ist voll mit Fahrrädern. Trotzdem war es eine besondere Herausforderung, ein geeignetes „Second-Hand“ Fahrrad zu bekommen. Nach einer chinesischen Google-Suche und drei Tagen später saß ich glücklich auf einem 50€ Giant-Bike mit 21-Gang Schaltung (die sich später als 10 Gang Schaltung herausstellte), dessen Sattel doch etwas zu niedrig gewesen ist.

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Trotzdem: Es kann los gehen! Mit Fahrradtasche am Gepäckträger und ein Korb am Lenker ging es zunächst durch das Großstadtgewusel Richtung Berge.

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Aus dem ersten geplanten 75 Kilometern wurden gnadenlose 90 Kilometern mit diversen Schiebeeinheiten am Berg. Zum ersten Mal wurde mir bewusst, welche Schönheit das Inland von Taiwan hat. Menschen- und Autoleer fährt man die perfekten Serpentinen rauf und runter. Es ist ein Bikes-Traum.

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Das schwere Fahrrad mit Gepäck machte die Fahrten in den Bergen jedoch zur echten Herausforderung.

Nachdem ich an einem Abend getrost die letzten Kilometer vor der Unterkunft ausrolle, stellt sich heraus, dass das Hotel hier gar nicht existiert. Ich bin in den Bergen. Es fängt an zu Regnen. Es dämmert. Ich habe kein Licht, außer eine kleine Taschenlampe. Keiner spricht Englisch. Ich bin am Ende. Ich überlege, einen Unterschlupf zu suchen. Die Nächte werden aber sehr kalt ohne Schlafsack. Ein Motorroller stoppt. Er hat den Hotel-Namen schon einmal gehört und zeigt in die Richtung, in der eine kleine Gästeunterkunft liegt. Ich bin glücklich und ändere daraufhin meine Strategie.

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Das Fahrrad ist zu schwer, die Berge zu hoch. Die Steigungen waren nach einem Blick auf die Gesamtstrecke mit Höhenprofil erst der Anfang.

Ich entscheide mich, Richtung Ostküste abzudrehen und die Insel an der Küste im Uhrzeigersinn zu umrunden. Was folgt sind traumhafte Tage mit den schönsten menschlichen Begegnungen und Erlebnissen.

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Die Gastfreundlichkeit in Taiwan ist einzigartig. Auch bestimmt, weil Europäer nicht alltäglich gesehen werden. In den drei Wochen habe ich einen Deutschen und 2 Niederländer getroffen. Andernfalls gibt es viele chinesische Touristen. Fast täglich werde ich von Hupen der Autos angefeuert oder mir wird Essen für die Verpflegung gereicht.

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Die Strecke ist flach und der Wind ist im Rücken. Endlich kann ich Kilometer wie geplant machen. Die längste wurde 120 Kilometer lang mit einigen hügeligen Einheiten.

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Ich bin ganz nah an der Südspitze. Wahnsinn! Nach Tag 1 hätte ich es mir nicht vorstellen können, mit solch einem Fahrrad so weit zu kommen. Am Ruhetag treffe ich Viola, die mich in die Taiwanesische Traditionen (Essen, Religion, Gesellschaft) einweist. Mit dem Motorroller erkunden wir die Gegend.

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Es geht Richtung Norden. Ich entscheide mich, in Tainan meine Fahrradtour zu beenden. Ich möchte noch Trail Running in den Bergen betreiben.

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Hier trennen sich die Wege. Eine schmerzhafte Trennung nach zwei Wochen Zwangsbeziehung. Aber ich bin mir sicher, dass mein Giant einen würdigen Nachfolger findet.

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Einmal um den Sun-Moon-Lake. Sportlich war ich aber noch nicht am Ende.

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Zurück in Taipei beende ich meinen Taiwan-Trip in Keelung, einer alten Traditionsstadt nordöstlich von Taipei.

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