Ernährung in der heutigen Gesellschaft

Ernährung ist für viele Menschen wie eine Religion. Die exzessive Beschäftigung mit dem, was man sich tagtäglich in den Mund schiebt, hat in der heutigen Informationsflut Vor- und Nachteile.

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In diesem Artikel versuche ich meine persönliche Perspektive zu beschreiben. Dabei sei anzumerken, dass diese Perspektive und Überzeugungen niemanden zwangsweise überzeugen müssen. Ich bin bei diesem Thema sehr egozentrisch und vertrete mein Essverhalten aus gesundheitlichen Gründen, nicht aus Gründen des Tierwohls oder der Klimadebatte.

Seit dem Studium und meiner Lauf-Leidenschaft ernähre ich mich nach dem Prinzip:

„Eat food, not too much, mostly plants.“

Demnach geht es, jegliche „Ernährungstrends“ wie Paleo, Vegan, Raw etc. zu hinterfragen und eine „ausgewogene Ernährung“ mit regionalem Schwerpunkt zu präferieren.“Eat food“ bedeutet, jegliche industriell verarbeitete Lebensmittel zu minimieren und so natürlich wie möglich zu essen.

Eine wesentliche Fragestellung ist zunächst: Was sind meine langfristigen Ernährungsziele?

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Mittlerweile haben mehr Menschen auf der Welt mit Übergewicht statt mit Mangelernährung zu kämpfen. Somit ist eine ganze Milliarden-Dollar-Industrie entstanden (inkl. Trends, die gewisse Industrien stärken oder schwächen sollen), die versucht, den Konsumenten durch „Superfoods“ möglichst viel Geld aus der Tasche zu ziehen. Die Begriffe der maximalen Leistungsfähigkeit mit grünem Smoothie und buntem Salat ist längst in der Mittelschicht angekommen.

Mit einer durchschnittlichen Laufleistung von 100 Kilometern pro Woche spielt das Thema Übergewicht aktuell keine Rolle für mich. Ich könnte womöglich täglich zu McDonalds gehen und würde aufgrund der hohen sportlichen Belastung nicht zunehmen. Doch regelmäßiger Sport gleicht in keinster Weise eine ungesunde Ernährung aus. Die schleichenden Schäden, die man nicht sieht (nämlich innerlich) sind meistens sehr viel verherender als der traditionelle Bierbauch.

Mein Ziel ist es, körperlich und geistig das Leben vollstens auszukosten.

Dieses Ziel zu erfüllen erfordert somit eine gewisse sportlich regelmäßige Aktivität, geistig herausfordernde Aufgaben, ein sozial stabiles Umfeld sowie eine ausgewogene Ernährung. Doch was bedeutet das genau? Habe ich den goldenen Gral der Ernährung gefunden?

Ich liebe es, mich mit aktuellen Ernährungsstudien zu beschäftigen sowie mich mit Personen auszutauschen, die eine ähnliche Sichtweise teilen: „Plant-based eating“.

Für mich persönlich sind „ausgewogene“ Mittelwege nicht umsetzbar. Wenn auf meinem Schreibtisch eine Tafel Schokolade liegt, dann ist diese schnell aufgegessen. Keine halben Sachen: Alles oder nichts. Aus evolutionärer Sicht wohl auch nicht verkehrt. Das Problem ist nur: Empfehlungen wie „Ernähr dich „vielseitig“ und alles ist in Ordnung“ funktioniert nicht. Um seine Ernährung nachhaltig positv umzustellen erfordert es neben einem konreten Plan (z.B. mehr Obst & Gemüse, weniger Schokolade) bei mir gewisse innerliche Überzeugungen („Ich rette den Regenwald“) oder Ängste („Ich sterbe qualvoll an Krebs“).

Wir leben in einer Überflussgesellschaft. Der Einkausladen ist meistens in Laufnähe oder entspannt mit dem Auto zu erreichen. Online werden immer mehr Lebensmittel bestellt. Direkt nach Hause auf Knopfdruck. Die Auswahl: Schier grenzenlos. Bio, regional, international, alles was das Herz begehrt inkl. gutem Gewissen.

Dieser Überfluss ermöglicht es zwar, alles unerdenkliche in der Welt innerhalb kurzer Zeit sein Eigentum zu nennen. Anderseits überfordert es Menschen inkl. mich immer stärker. Hatten Supermärke zunächst nur wenige hundert verschiedene Artikel im Sortiment, sind es heute schon einmal rund 20.000. Selbst bei der Auswahl des Toilettenpapiers sind so manche überfordert.

Aus diesen genannten Gründen habe ich mich schrittweise im Laufe der Zeit zu einer veganen bzw. pfanzlichen Ernährungsweise entschieden. Man kann es durchaus als heutiges Identifizierungsmerkmal deuten, sich als Veganer zu bezeichnen. Trotzdem steigen die Unterstützer einer veganen Ernährung in den letzten Jahren stetig an (Hinweis: Eine „Plant-based“ Ernährung besagt, dass ein Großteil (%?) der aufgenommen Lebensmittel unbearbeitete Pflanzen sind, wohingegen ein Frittenesser als 100%iger Veganer durchgehen würde).

Der Vorteil an einer solchen Ernährungsform ist ironischerweise die beschränkte Auswahl. Gewisse Lebensmittel werden in den langen Einkaufsgassen einfach ignoriert. Dafür entdeckt man stetig neue „Superfoods“, die in den Einkaufswagen des Konsumenten kommen wollen.

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Ein wichtiger Aspekt, den ich auf meinem Weg gelernt habe ist, dass der menschliche Körper ein Wunderwerk ist und alles in seinem Bestreben tut, um am Leben zu bleiben. Somit ist es für mich nicht mehr erstaunlich, dass Menschen eine „Fleisch-“ oder „Kartoffel-Diät“ kurz- und sogar mittelfristig locker durchhalten. Auch zwanzig Fastentage kann ein gesunder Mensch locker aushalten. Doch wo bleibt dort der Spaß und der Aspekt einer langfristigen Gesundheit? Die Konsequenzen einer ungesunden Ernährung werden eines Tages bezahlt.

Zum Schluss möchte ich erläutern, warum ich hier diese Zeilen schreibe. Zum einen möchte ich meine Erfahrungen und mein Wissen zum Thema Ernährung teilen. Eine Debatte anstoßen, auf einer wissenschaftlich fundierten Basis. Auf der anderen Seite möchte ich die Leute durch faktische Studien beweisen, dass gewisse industrielle Unternehmen mit aller Macht versuchen, den Konsumenten an der engen Kapitalismus-Leine zu halten (Beispiel Milchindustrie).

In diesem Sinne werden sich die Folgeartikel konkret um vermeintliche Ernährungsweisheiten handeln, welche ich versuche durch Fakten zu wiederlegen oder zu begründen.

Ernährung Part 1: „Where do I get my Protein?“: Warum Protein in unserer heutigen Gesellschaft überbewertet wird und warum wir ohne tierische Proteine besser leben

Ernährung Part 2: Ballaststoffe: Hast du noch Hunger oder willst du noch mehr?

Ernährung Part 3: Nahrungsergänzungsmittel und Vitamin B12 in der veganen Ernährung

Ernährung Part 4: Keto vs. Vegan – was sagt die Wissenschaft?

Ernährung Part 5: Transfette und gesättigte Fettsäuren

Ernährung Part 6: Schnitzel oder Schokolade? Das ist hier die Frage.

Ernährung Part 7:

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