New York, New York

Bei all dem „UltraTrail“-Wahnsinn dieses Jahr habe ich beim diesjährigen New York City Marathon festgestellt: Ein flacher Straßenlauf kann noch viel Freude bringen und auch ohne Intervall-Training lässt sich eine passable Zeit laufen.

Nachdem es 2017 nicht geklappt hat, bekam ich im März diesen Jahres die Nachricht, dass ich am NYC Marathon 2018 teilnehmen darf. Auf der einen Seite Vorfreude pur, auf der anderen Seite: Mit hohen Erwartungen von Schwester und Schwager, passte der bisherig gestrickte Ultra-Wettkampfkalender nicht zu dem schnellen Straßenrennen.

Somit fand der NYC Marathon für mich zum Jahresende 2018 einen wettkampftechnischen Abschluss, der auf dem Motto „Persönliche Bestzeit unterbieten“ stand.

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Abholung der Startunterlagen am Jacob K. Javits Convention Center

4:00: Der Wecker klingelt. Dank Jetlag bin ich bereits wach. Mit der U-Bahn geht es zunächst an die South Ferry Manhattens, die eine ganze Horde Läufer dann nach Staten Island bringt. Von dort sind wir mit dem Bus an das Start-Arsenal gebracht worden. Die Sonne geht auf und verspricht bis zum Abend das allerbeste wolkenlose Laufwetter.

Spätestens am Start vor der Brooklyn-Bridge wird einem eigentlich klar, was es bedeutet 60.000 Läufer zu kontrollieren, zu versorgen und durch New York City zu schicken.

Bei einer „Predictive Finish Time“ von 2:45 bin ich in Welle 1, Coral Blue und Section 1. Aha… Letztlich Stand ich um kurz vor 10 mitten in der „Masse“ mit Blick auf Manhattan und der Skyline. Nach Bagel, Banane & Kaffee geht es in die kurze Vorbereitung: Ein paar Pseudo-Dehnübungen (macht irgendwie jeder), dann werden kurz vor Start die alten Klamotten in Spendenboxen geschmissen (Immerhin neben den hinterlassenen Müllbergen am Start und auf der Strecke eine gute Tat?!).

Die Hymne ist gesungen, die Kanone hat geschossen. Endlich kann das Rennen losgehen.

Ich fühle mich wie ein kleines Kind, das zu lange im Haus war und jetzt endlich raus ins Freie rennt. Einen Trainingsplan habe ich die letzten zwei Wochen stupide verfolgt, um dem Körper die notwendige Ruhe zu geben. Die Energie musste jetzt erstmal raus.

Die über eine Meile lange Brücke ist somit schnell überquert und auch die 3:00h-Pacer wurden hinter einem gelassen.

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Es wird dunkel: In blau gekleidete Finisher verlassen Central Park

Der „Autobahn-“ Lauf durch Brooklyn machte Lust, einfach nach Gefühl schnell zu laufen. Nach Blick auf die Uhr habe ich mittlerweile einen 3:50min/km Schnitt. Naja, je schneller, desto schneller im Ziel. Oder: Am Ende völlig ausgepowered durch Manhatten joggen, dann kriegt man noch was von der Atmosphäre mit. Oder?

Die Atmosphäse war tatsächtlich über den gesamten Lauf einzigartig. Und es wird mir wieder Bewusst: Laufen verbindet nicht nur Läufer sondern auch alle, die damit als Zuschauer in Kontakt gekommen sind. Ob sie wollen oder nicht. Es verbindet die Stadtteile miteinander. Eine Stadt im Ausnahmezustand.

Nach der Hälfte der Strecke begann ich den typischen Anfängerfehler: Trinken von Energy-Gels, die ich vorher nicht kannte. Mein Magen mochte das nicht so. Aber dafür konnte sich der Schmerz von den Beinen auch mal in den Bauch verlagern. Top!

Die Zeit vergeht im Flug. Kreisende Hubschrauber, ausflippende und singende Zuschauer, lange Brückenpassagen: Die Strecke war so abwechslungsreich, wie ich sie auf einer solch flachen Asphaltautobahn selten gesehen habe. Das ist New York!

Die letzten Kilometer in Manhatten konnte ich die Pace dann nicht mehr halten. Doch die 2:49 hatte ich noch im Auge. Leider so sehr, dass ich Schwester und die Kiddys im Zielbereich einfach mal komlett nicht wahrgenommen habe.

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Happy End: Eigentlich war alles „Happy“ an diesem Tag

Dafür war das Wiedersehen umso schöner. Vielen Dank für die Gastfreundschaft und das tolle Wochenende! I will be back 😉

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52.697 Finisher zählt der diesjährige NYC Marathon

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