Das bedingungslose Grundeinkommen: Die Frage ist nicht „Wieso?“, sondern „Wann?“

Artificial Intelligence (AI), Industrie 4.0, Blockchain, Big Data: Dies sind nicht mehr nur „Buzz-Words“ in einer neuen digitalen Ära, sondern haben sich bereits in viele Köpfe der Angestellten („White Collar“) gesetzt. Und diese sind berechtigterweise zunehmend negativ besetzt.

Es ist eine digitale Revolution, die mit Alexa und Siri im Privatleben vieler begann. Amazon, Apple, Alphabet, Facebook, Alibaba, Tencent und Baidu sind die Größten der wenigen, welche die Weltherrschaft in der Digitalisierung für sich beanspruchen wollen. Ein Kampf zwischen USA und China, bei dem China in großen Schritten aufholt (insbesondere nicht nur im alleinigen Software-Bereich (Silicon Valley), sondern auch im Hardware-Bereich und der End-User-Konformität).

Nach dem AI-Researcher Kai-Fu Lee wird in den kommenden 15 Jahren durch AI-Algorithmen 40 bis 50 Prozent der Arbeitsplätze in den USA obsolet. Analysten stellen Prognosen zwischen neun und 60 Prozent auf. Das heißt wiederum nicht, dass im besten Falle die Arbeitslosenquote auf neun Prozent ansteigt. AI wird auch neue Jobs schaffen und es wird ein schleichender Prozess.

Unabhängig von den Zahlen: So mussten in der letzten industriellen Revolution vor allem die Arbeiter („Blue-Collar“) ihren Job fürchten, sind bei dieser Revolution längst hoch ausgebildete Berufe im Visier. Sind genügend Daten vorhanden, so lassen sich diverse Computer-Tätigkeiten mittels AI automatisieren.

Wie geht es also weiter?

USA und China werden zu den beiden Übermachtstaaten, die ihre Produkte nach dem „Plug and Play“ Prinzip im Rest der Welt einsetzten (Wo steht hier eigentlich die EU?!). Dies führt dazu, dass Länder mit einer jungen Arbeiterklasse sich nicht mehr (wie in der industriellen Revolution zuvor) wirtschaftlich profilieren und aufsteigen können. Diese Länder nehmen entweder diese Dienstleistungen und Produkte an, oder verschwinden als „Vergessene“ von der Weltbühne. Die Schere zwischen Arm und Reich wird durch AI und co. schon heute immer größer.

Welche Lösungen gibt es?

Es geht weniger darum, einen Taxifahrer, der durch autonome Autos ersetzt wird zum Yoga-Lehrer „umzuschulen“. Es geht mehr darum, was die jungen Menschen machen, die zuvor iPhones zusammen geschraubt haben oder Pullover genährt haben, in Zukunft tun. Dies gilt in gleicher Weise auch für Analysten in Banken oder Disponenten in der Logistik.

Außerdem: Was passiert, wenn durch gigantische autonome Maschinen von Großkonzernen, die natürlichen Ressourcen auf Land- und Seeflächen geerntet werden? Wenn die (Klein)bauer nicht mehr bei den Preisen mithalten können? Globales Single Sourcing führt nicht nur zu einseitigem Reichtum, sondern auch zu Konflikten, die auch mal über die Mauern von Gated Communities springen können.

Was macht man also mit der zunehmenden Anzahl an arbeitslosen Menschen? Werden diese wie Länder, welche die AI-Geschwindigkeit nicht mithalten konnten, einfach vergessen?

Besser nicht! Konflikte, Kriege, Aufstände. Es ist eine Zukunft, die man sich nur ungern vorstellt.

Das bedingungslose Grundeinkommen: Das Allheilmittel? Mit Nichten!

Doch es wäre aus meiner Sicht eine politische Pflicht, dieses Experiment zu wagen. Mit zunehmenden Konflikten und Beeinträchtigungen (z.B. Mind-Hacking bei politischen Wahlen) sehen Staaten sich dazu gezwungen, sich damit auseinander zu setzten.

Die Maschinen arbeiten für die Menschen. Und wir Chillen mal `ne Runde.

Wie in einem vorangegangen Artikel beschrieben, tendieren wir heute immer stärker dazu, den Menschen zu vermessen. Ob im Schulsystem mit Pisa, bei Facebook mit Userverhalten oder auf der Arbeit mit KPI`s: Immer stärker werden wir zu einer Generation der Vegleich- und Kalkulierbaren.

Statt Zeit für Familie, Freunde und Beziehungen haben wir nur noch Zeit für die Arbeit.

Doch sind wir wirklich geboren für Lohnarbeit? Klar: Nicht jeder kann zum nächsten Mozart werden, wenn mal die Existenzängste durch ein Grundeinkommen genommen sind. Trotzdem könnte man sich seinen „Leidenschaften“ widmen: Einfach mal laufen, Dichten oder: Die Eltern pflegen! Denn Roboter mit menschlichem Bewusstsein und Liebe ist wie im Film „Her“ tatsächlich eine Fiktion, die selbst AI in den nächsten Jahrhunderten nicht zuzutrauen ist.

Doch wo stößt das bedingungslose Grundeinkommen an ihre Grenzen?

Nehmen wir an, die Europäische Union verfasst in zwanzig Jahren für seine Bürger ein bedingungsloses Grundeinkommen. Ausländer sind davon ausgeschlossen, um Flüchtlingswellen in Zukunft zu verhindern. Die Bürger der „vergessenen“ Staaten haben davon nichts. Leid, Unruhe, Konflikte und Tot sind Folgen, welche im Zweifel eher zunehmen werden.

Das bedingungslose Grundeinkommen stellt auch „nur“ eine gerechtere Gesellschaft für die Bürger in diesem Staat dar.

Somit – auch wenn dies anstrengend und langwierig erscheint – ist eine internationale Zusammenarbeit von größter Bedeutung. Denn: „Noch“ wird die Welt immer gerechter, freier und lebenswerter. Das bedingungslose Grundeinkommen kann dabei eine Initiative sein, diese positive Entwicklung aufrecht zu erhalten.

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